Was kostet eine Website in Deutschland? Preise, Leistungen und die Posten, die im Angebot fehlen
Zwischen 500 € beim Baukasten und 50.000 € bei der Agentur liegt eine Spanne, die niemand erklärt. Dieser Beitrag nennt konkrete Preise, erklärt, wofür sie stehen, und zeigt die Kosten, die in Angeboten regelmäßig fehlen.
Burak Kaya · Gründer und technischer Leiter
Veröffentlicht am · aktualisiert am
Kurz beantwortet
Eine professionelle Unternehmenswebsite kostet in Deutschland zwischen 3.900 € und 15.000 € einmalig. Baukastensysteme beginnen bei 15 € monatlich, Freelancer verlangen ab etwa 1.500 €, Agenturen ab 3.900 €. Hinzu kommen laufende Kosten für Hosting (ab 49 €/Monat), Domain (ab 12 €/Jahr) und Wartung (ab 149 €/Monat).
Inhalt · 7 Abschnitte
Die ehrlichste Antwort auf die Frage „Was kostet eine Website?“ lautet: Es kommt darauf an, was Sie unter einer Website verstehen. Das klingt nach Ausweichen, beschreibt aber das eigentliche Problem – unter demselben Wort werden Leistungen verkauft, die sich um den Faktor fünfzig unterscheiden.
Dieser Beitrag nennt deshalb konkrete Zahlen und sagt jeweils dazu, was man dafür bekommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine individuell entwickelte Unternehmenswebsite kostet in Deutschland typischerweise zwischen 3.900 € und 15.000 € netto.
- Der größte Kostentreiber ist nicht das Design, sondern die Anzahl individueller Funktionen und Schnittstellen.
- Laufende Kosten von 60 bis 300 € monatlich für Hosting, Wartung und Domain fehlen in etwa der Hälfte aller Angebote.
- Ein Festpreisangebot ohne vorherige Anforderungsklärung ist entweder zu hoch kalkuliert oder wird später nachverhandelt.
- Texte und Bilder verursachen in 70 Prozent der Projekte die Verzögerung – nicht die Programmierung.
Die vier Preisklassen im Überblick#
| Weg | Einmalig | Monatlich | Sinnvoll für |
|---|---|---|---|
| Baukasten in Eigenarbeit | 0 € | 15–50 € | Einzelunternehmer, Vereine |
| Freelancer | 1.500–5.000 € | 20–80 € | Kleine Betriebe mit klaren Vorstellungen |
| Agentur (Standard) | 3.900–15.000 € | 60–300 € | Mittelstand, B2B |
| Agentur (individuell) | 15.000–50.000 € | 150–800 € | Portale, Shops, Fachanwendungen |
Die Spanne innerhalb jeder Zeile entsteht fast nie durch das Design. Sie entsteht durch die Anzahl der Funktionen, die nicht von der Stange kommen.
Was den Preis tatsächlich bestimmt#
Anzahl und Art der Seiten#
Eine Unterseite, die nur Text und Bilder zeigt, kostet in der Umsetzung wenig. Eine Seite mit Formular, Filterlogik, Kartendarstellung oder Berechnung ist ein eigenes kleines Projekt. Bei der Angebotsprüfung lohnt es sich, nicht die Seitenzahl zu zählen, sondern die Funktionen.
Individuelles Design oder Vorlage#
Eine angepasste Vorlage kostet 800 € bis 2.000 €. Ein individuelles Design mit eigenem Raster, eigener Typografie und Entwürfen für alle wichtigen Ansichten kostet 2.500 € bis 8.000 €. Beides kann richtig sein – nur sollte im Angebot stehen, was davon gemeint ist.
Inhalte#
Der am häufigsten unterschätzte Posten. Wenn Sie Texte und Bilder selbst liefern, kostet das nichts – außer Ihrer Zeit, und zwar deutlich mehr als gedacht. Professionelle Texte kosten 150 € bis 400 € pro Seite, eine Fotoproduktion vor Ort 800 € bis 2.500 € pro Tag.
In unseren Projekten ist die Inhaltslieferung in etwa sieben von zehn Fällen der Grund für Verzögerungen. Nicht die Programmierung.
Technisches Fundament#
Hier trennt sich Seriosität von Optik. Dazu gehören: sauberes semantisches HTML, strukturierte Daten nach Schema.org, optimierte Bilder, funktionierende Weiterleitungen bei einem Relaunch, Barrierefreiheit und messbar gute Core Web Vitals.
Das kostet zusätzlich etwa 15 bis 25 Prozent des Projektbudgets – und ist der Teil, der darüber entscheidet, ob die Website in einem Jahr Anfragen bringt oder nur existiert.
Schnittstellen#
Jede Anbindung an ein anderes System ist ein eigenes Teilprojekt: Warenwirtschaft, CRM, Buchhaltung, Terminsystem. Rechnen Sie je Schnittstelle mit 1.500 € bis 6.000 €, je nachdem, wie gut das andere System dokumentiert ist.
Die Posten, die in Angeboten regelmäßig fehlen#
Wir sehen viele Angebote von Wettbewerbern, weil Kunden sie uns zum Vergleich vorlegen. Diese fünf Posten fehlen am häufigsten:
- Wartung und Updates. Eine Website ohne Sicherheitsupdates ist nach 18 Monaten ein Risiko. Das ist kein Verkaufsargument, sondern Realität: In den Abhängigkeiten einer typischen Website werden jährlich mehrere sicherheitsrelevante Lücken bekannt.
- Hosting. Manchmal enthalten, manchmal nicht. Bei „inklusive“ lohnt die Nachfrage, für wie lange.
- Rechtstexte. Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht. Ein Abonnement mit Aktualisierungsservice kostet 10 € bis 30 € monatlich.
- Einweisung und Dokumentation. Ohne beides pflegt niemand die Seite – und jede Änderung wird zur kostenpflichtigen Anfrage.
- Weiterleitungen beim Relaunch. Wer eine bestehende Website ersetzt, braucht einen Weiterleitungsplan. Fehlt er, verliert die Seite ihre Rankings. Das ist der teuerste unsichtbare Fehler überhaupt.
Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand?#
Beide Modelle sind legitim, sie verteilen das Risiko nur unterschiedlich.
Nach Aufwand ist ehrlich, wenn wirklich niemand weiß, was gebaut werden soll – etwa bei Forschungsprojekten. Der Auftraggeber trägt das Risiko.
Festpreis verlangt, dass vorher sauber beschrieben wird, was entsteht. Der Dienstleister trägt das Risiko einer Fehleinschätzung. Deshalb ist ein Festpreis ohne vorherige Anforderungsklärung immer eines von beidem: zu hoch kalkuliert, oder er wird später nachverhandelt.
Wir arbeiten ausschließlich mit Festpreisen, weil unser Gründer den Aufwand aus über zehn Jahren Projekterfahrung einschätzen kann – und weil ein Preis, der sich während des Projekts ändert, kein Preis ist, sondern eine Schätzung.
Eine realistische Beispielrechnung#
Ein Handwerksbetrieb mit 25 Mitarbeitenden, sieben Unterseiten, Stellenbereich, Kontaktformular, Referenzgalerie:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Konzept und Struktur | 800 € |
| Individuelles Design | 2.200 € |
| Umsetzung und Redaktionssystem | 2.400 € |
| Technisches SEO und Barrierefreiheit | 900 € |
| Einweisung und Dokumentation | 400 € |
| Summe netto | 6.700 € |
| Laufend: Hosting, Wartung, Domain | 198 €/Monat |
Texte lieferte der Betrieb selbst, Fotos kamen von einem lokalen Fotografen für 1.400 € – ein Posten, der oft im Budget vergessen wird.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen#
- Es beschreibt Funktionen, nicht Adjektive. „Responsive und modern“ ist keine Leistungsbeschreibung.
- Es nennt die laufenden Kosten, auch die, die nicht beim Anbieter anfallen.
- Es sagt, wem der Quellcode gehört und wo die Daten liegen.
- Es enthält einen Termin- und Zahlungsplan.
- Es sagt auch, was nicht enthalten ist.
Wenn ein Angebot diese fünf Punkte erfüllt, können Sie Preise sinnvoll vergleichen. Vorher vergleichen Sie Zahlen, die sich auf unterschiedliche Dinge beziehen.
Was wir berechnen#
Damit dieser Beitrag nicht bei Allgemeinplätzen endet: Bei uns beginnt eine Unternehmenswebsite mit bis zu acht Unterseiten bei 3.900 € netto zum Festpreis, eine Webanwendung mit Benutzerkonten und eigener Fachlogik bei 12.000 €. Wartung und Hosting starten bei 149 € monatlich und sind monatlich kündbar.
Diese Zahlen stehen auf unserer Preisseite und ändern sich nicht, wenn Sie anrufen.
Über den Autor
Burak Kaya
Gründer und technischer Leiter
Entwickelt seit über zehn Jahren Webanwendungen und Unternehmenssoftware. Schwerpunkt: Systeme, die im Mittelstand tatsächlich benutzt werden.
- Next.js und React
- TypeScript
- PostgreSQL und Datenmodellierung
- ERP- und Schnittstellenanbindung
- Festpreiskalkulation
- Technisches SEO
Passende Leistung
Von der Unternehmensseite bis zum Kundenportal – gebaut mit Next.js, gehostet in Deutschland.
Einstieg, Festpreis netto
ab 3.900 €
Website · 3–5 Wochen
Häufige Fragen
Was Leser zu diesem Thema fragen
Die Fragen, die uns zu diesem Beitrag am häufigsten gestellt werden.
Was kostet eine einfache Website mit 5 Seiten?
Bei einer Agentur mit individuellem Design liegt eine Website mit fünf Unterseiten bei 3.900 € bis 6.000 € netto. Ein Freelancer kalkuliert typischerweise 1.500 € bis 3.500 €. Mit einem Baukastensystem und eigener Arbeit kommen Sie auf 15 € bis 50 € monatlich plus Ihre eigene Zeit – rechnen Sie mit 20 bis 40 Stunden für ein ordentliches Ergebnis.
Warum sind die Preisunterschiede so groß?
Weil unter dem Wort „Website“ völlig verschiedene Leistungen verkauft werden. Eine Vorlage mit ausgetauschten Texten ist etwas anderes als ein individuelles Konzept mit eigener Struktur, eigenem Design, technischem SEO‑Fundament und Redaktionssystem. Fragen Sie im Angebot nach, ob eine Vorlage verwendet wird – die Antwort erklärt den Preis meistens vollständig.
Was kostet eine Website monatlich?
Rechnen Sie mit 60 € bis 300 € monatlich. Hosting kostet ab 49 €, eine .de-Domain etwa 1 € monatlich, ein Wartungsvertrag mit Sicherheitsupdates und Backups ab 149 €. Ohne Wartung sparen Sie diesen Posten, tragen dafür aber das Risiko von Sicherheitslücken.
Lohnt sich ein Homepage-Baukasten?
Für Einzelunternehmer und sehr kleine Betriebe mit geringem Anspruch an Individualität: ja. Ab dem Moment, in dem eigene Abläufe, mehrsprachige Inhalte, Schnittstellen oder ernsthaftes SEO gefragt sind, wird der Baukasten zur Bremse – und ein späterer Umzug kostet mehr als eine gleich richtig gebaute Website.